Alternative Wohnformen: Inputs, Filme, Diskussion

Ein wichtiger Ansatz in der anarchistischen Bewegung war und ist seit jeher, unsere Ideen schon im Hier und Jetzt auszuprobieren, mit unseren Ansprüchen zu experimentieren und sie auf die Realität prallen zu lassen. Ein naheliegendes Labor sind hier unsere Wohnformen: Schaffen wir es zumindest im kleinen Kreis, z.B. in unserer Wohngemeinschaft, unsere Ideen von einer herrschaftsfreien Gesellschaft umzusetzen?

Wir haben zu diesen Überlegungen Menschen, nicht unbedingt Anarchist*innen, eingeladen, die auf Wagenplätzen, in Kommunen und Wohnprojekten leben. Sie geben uns Einblicke in ihren Alltag und ihre politischen Ansprüche. Gemeinsam wollen wir darüber und unsere eigenen Erfahrungen diskutieren.

Freitag, 20.04.2018 im Linken Zentrum R12 Offenburg

Wir beginnen ab 19 Uhr mit einer veganen Vokü der K-Gruppe.
Die Veranstaltung geht um 20 Uhr los.
Je nach Laune und Zeit ist noch R12-Kneipe im Anschluss.

Anarchistisches Wohnzimmer „So will ich leben – Über unsere Utopien reden“

Eine Gesellschaft ohne Herrschaft – das ist Anarchie. Doch wenn es um konkrete Vorstellungen der Umsetzung geht, bleiben die Antworten oft vage. Schließlich können und wollen wir nicht festlegen, wie diese Gesellschaft erreicht und wie bestimmte Probleme gelöst werden können. Aber wir wollen uns mit euch darüber austauschen, welche Fragen bei dieser Vorstellung auftauchen und was uns und euch dabei wichtig ist.

Donnerstag, 12. April 2018, 19 Uhr im Linken Zentrum R12,
Rammersweierstr. 12 in Offenburg.

Solidarität mit Afrin! Aufruf zum Anarchistischen Block!

[Lest den Aufruf zur Solidemo mit Afrin der FdA.]

24.März Frankfurt a.M.

Seit dem 20.Januar 2018 dauern die Angriffe des türkischen Militärs auf Afrin, in Kooperation mit dschihadistischen Gruppierungen, an. Afrin ist eines der drei selbstverwalteten Kantone der Demokratischen Föderation Nordsyriens.

Erdogan sieht die YPG/YPJ, welche das Gebiet erfolgreich vom IS befreit und die freiheitlichste und fortschrittlichste Gesellschaftsordnung in der gesamten Region durchgesetzt hat, als Terrororganisation an. Dabei arbeitete die YPG/YPJ sowohl mit der USA, als auch mit Russland zusammen. Allerdings ließen sie die YPG/YPJ fallen, nachdem der IS besiegt war. Des Weiteren nutzt Erdogan die nationalistische Mobilisierung, um Kritik*innen des AKP-Regmies zu inhaftieren und zu unterdrücken. Auch die deutsche Bundesregierung unterstützt den Krieg der Türkei gegen Afrin. Sie tut dies, weil sie mit der Türkei einen schmutzigen „Flüchtlingsdeal“ abgeschlossen hat, sowie aus wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen. Die Unterstützung erfolgt durch deutsche Waffen und Kriminalisierung von Protesten innerhalb Deutschlands. Dies geschah zum Beispiel durch Das Verbot der Fahnen von YPG/YPJ und Demonstrationsverbote.

Es zeigt sich wieder einmal, dass Herrschaftsinteressen wichtiger als Menschenleben sind. Befreiung von Unterdrückung und Freiheit aller Menschen in all ihrer Verschiedenheit kann nur erreicht werden, wenn Herrschaft und Machtverhältnisse grundlegend in Frage gestellt werden. Deshalb rufen wir als Föderation der deutschsprachigen Anarchist*innen dazu auf am 24.März nach Frankfurt a.M. zu kommen und mit uns gemeinsam einen Anarchistischen Block zu bilden.

Frankfurt am Main, Hauptwache.
Zeitpunkt: 14:00

Achtet auf Ankündigungen unter fda-ifa.org.

Aufruf für ein Wochenende gegen das Arcadia und seine Welt am 3. und 4. März

Am 9. Dezember öffnete in Strasbourg das Lokal Arcadia. Dieses Lokal, im Stadtteil Esplanade gelegen (Rue Vauvan 29), wurde von einer rechtsextremen Gruppe, die sich „Bastion Social“ nennt, eröffnet. Die Gruppe gibt es in verschiedenen Städten und bezieht sich positiv auf den Faschismus.

Sie ist schon für mehrere Angriffe verantwortlich: ein rassistischer Übergriff von 20 gegen einen, für den der Buchhalter der „Bastion Social“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Desweiteren wurden zwei Personen und ein Tramführer von Leuten aus dem Arcadia angegriffen.

Eines der zur Schau getragenen Ziele der „Bastion Social“ ist die Wohlfahrt für die weißen, „französischen“ Obdachlosen, die, folgt mensch ihrer Argumentation, vom Staat im Stich gelassen wurden, damit dieser mehr Geld für Migrant*innen hat. Mit dieser Falschauslegung der sozialen Kritik, bar jeder emanzipatorischen Perspektiven, propagiert die „Bastion Social“ die alte Idee vom „Ausländer“, der dem Franzosen das Brot klaut; ein Klassiker der extremen Rechten, die sich um obdachlose Menschen nur kümmert, wenn sie die „Ausländer“ verantwortlich machen können.

In einem Klima, in dem soziale Rechte umfassend zurückgenommen werden, in dem rassistische, islamophobe und gegen Migrant*innen gerichtete Ideen überall und besonders in der institutionellen Politik an Boden gewinnen, erscheint es für uns äußerst wichtig, gegen Neofaschist*innen, die sich in einem studentischen, multikulturellen und gewachsenen Stadtteil breit machen wollen, massenhaft zu mobilisieren.

Eine große antifaschistische Mobilisierung erblickte das Licht der Welt am selben Tag, an dem die Eröffnung des Lokals bekannt gemacht wurde. Es wurden Flyer verteilt, Plakate aufgehängt, es gab Aufrufe verschiedener Menschen im Stadteil (Einwohner*innen, Händler*innen, Eltern von Schüler*innen…) und vor allem gab es zwei Demonstrationen: 300 Leute am 9. Dezember 2017, 600 am 20. Januar 2018. Nach diesen großen Mobilisierungen hat der Stadtrat von Strasbourg einstimmig für die Schließung des Arcadia und die Auflösung der „Bastion Social“ gestimmt. Nun liegt es an der Präfektur: nur sie kann die büroktatische Schließung in die Wege leiten.

Wir werden nicht nur auf diese verwaltungstechnische Entscheidung warten! Der wachsende Erfolg der Mobilisierung zeigt uns den Weg auf, dem wir folgen müssen: Weiterhin zu diesem Thema, in unseren Stadtvierteln, auf unseren Straßen aktiv sein, um dem Faschismus den Weg zu versperren. Die Erfolge, die mit den Plänen der Stadtverwaltung erzielt wurden, waren nur möglich durch die Kraft und Hartnäckigkeit derer, die sich in die Kampagne eingebracht haben. In dieser Dynamik rufen wir zu einer dritten Demonstration auf und wir hoffen, dass diese noch größer wird. Ebenfalls laden wir euch am gleichen Abend zu einem Essen und einem Konzert ins autonome Jugend- und Kulturzentrum Molodoï ein. Am folgenden Tag finden dort Vorträge und Diskussionen statt.

Die Schließung des Arcadia wird auf der Straße erkämpft!

Demo am Samstag, 03.03.2018, 14 Uhr auf dem Place de Zurich, Strasbourg

Infos (auf französisch) findet ihr hier:
bafstrasbourg.wordpress.com/fermons-larcadia-local-fasciste-a-strasbourg/
fermonslarcadia.noblogs.org
facebook.com/events/325480517961913/

Unterstützer*innen:
Alarm Offenburg
Anarchistische Initiative Ortenau

01.03.2018: Anarchistisches Wohnzimmer – Weiterführende Diskussion zum Vortrag „Disrupt!“

Am 16.02.2018 luden wir euch zum Vortrag „Disrupt!“ ein. Es kamen ca. 20 Menschen, die dem Redner des Redaktionskollektivs çapulcu zuhörten und sich in einer intensiven und kritischen Diskussion mit der Digitalisierung der Welt, der vollständigen Vernetzungund und dem Glauben an die Technologie als Lösung aller Probleme für die Gesellschaft auseinandersetzten.

Wir wollen diese Diskussion gemeinsam mit euch weiterführen und vertiefen. Ihr könnt gerne auch teilnehmen, ohne den Vortrag „Disrupt!“ gehört zu haben. Wer sich dennoch ins Thema einlesen will, findet auf dem Blog des Kollektivs die PDF der Broschüre.

Das Anarchistische Wohnzimmer ist das Offene Treffen der Anarchistischen Initiative Ortenau und lädt in unregelmäßigen Abständen zu themenbezogenen Diskussionen in entspannter Atmosphäre ein.

Donnerstag, 01.03.2018, 19 Uhr im Linken Zentrum R12, Rammersweierstraße 12 in Offenburg

Gesundheit ist leider eine Ware und das finden wir scheiße. Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration für den Erhalt und Ausbau der Ortenauer Kliniken

Die Durchkapitalisierung der Gesellschaft bis in den letzten Winkel macht auch nicht vor der Gesundheitsversorgung halt: Immer weniger Stellen in immer weniger Krankenhäusern bezeugen das bundes- und weltweit. Im Kapitalismus wird alles zur Ware.

Auch Offenburg und die Ortenau sind davon nicht ausgenommen. Einen aktuellen Einblick dazu gibt die Broschüre „Für den Erhalt und Ausbau der Ortenauer Kliniken“ des Ortenauer Gesundheitsbündnises. Sie zeigt eine dramatische Entwicklung auf.

Das Bündnis ruft unter dem Motto „Keine Kliniken schließen! Gesundheitsversorgung ausbauen!“ am Samstag, den 24.02.2018, um 14 Uhr am ZOB Offenburg zu einer weiteren Demonstration auf. Wir als Anarchistische Initiative Ortenau halten es für wichtig, der fatalen Entwicklung im Gesundheitswesen gegenzusteuern und uns mit den Angestellten, Arbeiter*innen und Patient*innen zu solidarisieren.

Wir sind davon überzeugt, dass es im Kapitalismus keine bedingungslose Gesundheitsversorgung für alle geben kann. Die Profitmaximierung (hier oft im Gewand der Privatisierung, Einsparung und Zentralisierung) geht in anderen Ländern schon seit Jahren buchstäblich über Leichen. Davon sind wir nicht mehr weit entfernt.

Auf die Straße für den Erhalt und Ausbau der Ortenauer Kliniken und gegen die Verwertungslogik im Kapitalismus!
Für eine kostenlose und bedingungslose Gesundheitsversorgung für alle!

„Keine Kliniken schließen! Gesundheitsversorgung ausbauen!“ am Samstag, den 24.02.2018, um 14 Uhr am ZOB Offenburg

Anarchistische Initiative Ortenau, Februar 2018

Solidarität mit dem Widerstand vom 31.Mai 2017 in Nürnberg!

Am 31. Mai 2017 sollte in Nürnberg ein Berufsschüler nach Afghanistan abgeschoben werden. Zu diesem Zweck wollte die Polizei ihn vor den Augen seiner Mitschüler*innen direkt aus dem Klassenraum heraus abführen. Die wollten das jedoch nicht hinnehmen und reagierten mit hunderten anderen Menschen auf den Abschiebeversuch mit lautstarkem Protest und einer Blockade des Polizeiwagens, in dem der Schüler weggebracht werden sollte. Bei dem gewaltvollen Vorgehen der Polizei gegen die insgesamt rund 300 Abschiebegegner*innen kam es zu mehreren Verletzten und Festnahmen.

Im Nachgang dieser Ereignisse hat mittlerweile eine kaum mehr zu überblickende Anzahl von Menschen Post von der Polizei bekommen. Viele von ihnen müssen mit Anklagen und Prozessen rechnen; Leute aus anderen Städten haben bereits Strafbefehle im Zusammenhang mit dem 31.Mai bekommen. Und noch immer dauern die Ermittlungen an und die Liste der Beschuldigten, deren Engagement der Staat ganz offensichtlich hart abstrafen möchte, wird stetig länger. Auch die Bleibeperspektive des Berufsschülers, der abgeschoben werden sollte, ist weiter unklar. Ihm soll schon bald der Prozess gemacht werden – weil er sich dagegen gewehrt haben soll, in ein Bürgerkriegsland abgeschoben zu werden.
Ein Teilnehmer des Protests, der nach dem 31.Mai fünf Monate lang in Untersuchungshaft saß, wurde Ende Oktober in einem demütigenden Schauprozess zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung und 450 Sozialstunden verurteilt. Unter Zuhilfenahme des Strafgesetzesparagraphen 114 („tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamt*innen“), der ebenso wie der §113 StGB bezüglich Widerstands unlängst verschärft worden ist, versuchte das Gericht – wie die Politik zuvor – den Fokus auf die Kriminalisierung antirassistischen Protestes zu legen, anstatt sich mit den Gründen und Hintergründen für das Handeln der Demonstrant*innen auseinanderzusetzen. Die Frage, warum ein solcher Protest angesichts der rassistischen Abschiebepraxis notwendig ist, sollte gar nicht erst aufkommen.
Darin offenbart sich einmal mehr der kaum verhohlene Versuch, Widerstand gegen die Unmenschlichkeit der herrschenden Verhältnisse zu delegitimieren.

Wir, die Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA), erklären uns solidarisch mit allen Geflüchteten, die ihr Leben auf der Flucht für eine bessere und sicherere Zukunft riskieren. Dabei solidarisieren wir uns auch mit allen Menschen, die sich rassistischer Abschiebepraxis in den Weg stellen und sich behördlichen Anordnungen widersetzen.
Besonders in Anbetracht des erstarkenden Rechtspopulismus in Politik und Gesellschaft werden regelmäßige Sammelabschiebungen in sogenannte „sichere Herkunftsländer“ vorgenommen, um eine „gute deutsche Ordnung“ wieder herzustellen. Dass dies für die abgeschobenen Menschen Verfolgung, Folter und Tod bedeutet, scheint kein Hindernis für die Behörden und Politik zu sein.
Hinzu kommt, dass die Gegner*innen deutscher Abschiebepolitik zunehmend Opfer von Kriminalisierung und Polizeigewalt werden. Gerade dieses positive Beispiel von solidarischem und wirksamem Protest, wenn er wie am 31.Mai derartige Resonanz und Solidarisierung hervorruft, darf aus Sicht des Staates nicht zum Vorbild für zukünftige Protesthandlungen werden. Dass die Repression auch so viele Monate nach dem 31.Mai unvermindert stark ist, zeigt die Dringlichkeit auf, mit der der Staat effektiven Widerstand – wie die Verhinderung von Abschiebungen – als unrechtmäßig darstellen will. Stattdessen soll Protest sich auf Kundgebungen oder ähnlich unwirksame Aktionen beschränken
Doch wir lassen legitimen, wichtigen Widerstand nicht in Repression untergehen. Daher rufen wir dazu auf, sich mit den Betroffenen nach dem 31. Mai 2017 zu solidarisieren. Unterstützt sie und die Arbeit des Bündnisses „Widerstand Mai31 – Solidarität ist kein Verbrechen“, egal ob finanziell oder in Form von eigenen Aktionen, Solidaritätsbekundungen oder vielfältigen anderen öffentlichkeitswirksamen Handlungen, um der Wut über die Versuche des Staates, unsere Mitstreiter*innen abzustrafen und zu unterdrücken, Ausdruck zu verleihen. Und lasst auch weiterhin nichts unversucht, um dem Rassismus in Staat und Gesellschaft auf allen Wegen entgegenzutreten!
Solidarität ist eine Waffe!

Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA)

Spenden für die anfallenden Gerichtskosten sammelt das Bündnis Widerstand Mai 31 – Solidarität ist kein Verbrechen:
Empfänger*in: Rote Hilfe OG Nürnberg
GLS Bank
IBAN: DE85430609674007238359
BIC: GENODEM1GLS
Kennwort: 31.Mai

DISRUPT!

Abwehr des smarten Angriffs
auf unsere Sozialität, Kreativität, Autonomie
– auf unser Leben

Vortrag und Diskussion
am Freitag, 16.02.2018 um 20 Uhr im r12

DISRUPT! beschreibt die Versuche, das menschliche Dasein den Anforderungen einer reduktionistischen künstlichen Intelligenz zu unterwerfen. Der Anpassungsdruck des Menschen an die Maschine wirkt bereits jetzt – weit vor einer vollständigen Vernetzung aller mit allem. Das redaktionskollektiv çapulcu dechiffriert diese – oft unhinterfragte – Entwicklung als Angriff auf unsere Autonomie und analysiert seine entsolidarisierende Wirkung. Denn Technologie ist nie neutral, sondern immanent politisch.

Mit Macht vorangetriebene technologische Schübe sind schwer und selten umkehrbar, sobald sie gesellschaftlich erst einmal durchgesetzt sind und der darüber geprägte ›Zeitgeist‹ selbstverstärkend für die notwendige Stabilisierung gesorgt hat. Warten wir, bis sämtliche Erscheinungsformen und Konsequenzen dieses Angriffs auf unsere Sozialität (all-)gegenwärtig geworden sind, haben wir verloren. Es bliebe uns dann nur noch eine Analyse der vermeintlichen ›Entwicklung‹ in Retrospektive.

Ein Gegenangriff auf die Praxis und die Ideologie der totalen Erfassung erscheint deshalb zwingend notwendig. Die Autor*innen plädieren für die Wiederbelebung einer praktischen Technologiekritik zwischen Verweigerung und widerständiger Aneignung spezifscher Techniken.

Das çapulcu redaktionskollektiv ist eine Gruppe von technologiekritischen Aktivist*innen und Hacktivist*innen

Literatur:

çapulcu redaktionskollektiv
DISRUPT!
Widerstand gegen den technologischen Angriff ISBN 978-3-89771-240-9,
Unrast Verlag 2017, 160 Seiten, € 12,80

Vorher:

19.00 Uhr Vokü der K-Gruppe

 

Eine Veranstaltungsreihe des Anarchistischen Netzwerks Südwest*

 

Arcadia zumachen!

Für die Schließung des Arcadia
Gegen Räume der extremen Rechten in unseren Vierteln

Wir erleben seit einigen Jahren einen weltweiten Rechtsruck. Ob Trump, Erdogan, Putin, Orban, Wilders, Le Pen oder hier bei uns Meuthen, Gauland, Höcke, Weidel, von Storch mit ihrer rassistischen AfD, rechtes Gedankengut und rechte Politik reichen weit bis in die Mitte der Gesellschaft und sind in vielen Ländern tonangebend.

Doch auch Protest und Widerstand gegen die menschenverachtenden Ideologien der Rechten sind überall zu beobachten. Wer eine befreite Gesellschaft ohne Grenzen anstrebt, muss sich Nazis, Rassist*innen, Antisemit*innen und allen anderen Feind*innen der Freiheit in den Weg stellen.

Genau das wollen wir am Samstag, den 20.01.2018, in Strasbourg mit unseren französischen Genoss*innen und Freund*innen tun, wenn es gegen das Lokal “Arcadia” der “Bastion Social” im Strasbourger Viertel Esplanade auf die Straße geht.

Das Nazilokal Arcadia wurde am 9.12.2017 von der aus der gewalttätigen, faschistischen GUD (Groupe Union Defense) hervorgegangenen Bastion Social eröffnet und ist ein offensichtlicher Treffpunkt für elsässische Nazis. Hier können sie sich sammeln, organisieren und ihre Strukturen festigen. Mit plumpen Aktionen wie der Verteilung von Nahrungsmitteln an obdachlose Französ*innen wollen sie sich einen sozialen Anstrich geben. Ansonsten haben sie die üblichen “politischen” Inhalte zu bieten: Nationalismus, Rassismus, dumpfen Antiamerikanismus, Antisemitismus, verkürzte Kapitalismuskritik und Hass auf emanzipatorische Bewegungen.

Ob hier bei uns oder auf der anderen Seite des Rheins: Gegen Nazis und alle Feind*innen der Freiheit! Schließen wir das Arcadia!

Alarm Offenburg

Übersetzung des Aufrufs des Strasbourger Bündnisses Fermons L’Arcadia

Zweite Demonstration gegen den Naziladen in Strasbourg!
Der genaue Ort und weitere Informationen folgen.

Das Lokal Arcadia der neofaschistischen Bewegung “Bastion Social”, die offiziell von der GUD (älteste rechtsextreme Studierendenorganisation) übernommen wurde, wurde am 9. Dezember in Strasbourg eingeweiht. Am selben Tag zog eine starke Demonstration von 400 Menschen durch die Straßen der elsässischen Hauptstadt, um gegen die Gründung des Lokals zu protestieren. Wir haben darauf hingewiesen, dass die Faschist*innen, die vorgaben gegen das soziale Elend zu kämpfen, hauptsächlich ein Hauptquartier für die Vorbereitung ihres gewalttätigen Vorgehens benötigen.

Und wir hatten leider Recht: Bereits am Abend der Eröffnung wurde ein junger Mann algerischer Herkunft von einer zwanzigköpfigen Gruppe brutal angegriffen. Zwei von ihnen wurden verhaftet und vor Gericht gestellt: Einer von ihnen, Thomas Beauffet, eine prominente Figur der Bastion Social in Strasbourg, wurde zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.
Darüber hinaus (selbst wenn es immer noch Zweifel gibt, da kein Angreifer gefunden wurde) fand am selben Abend ein homophober Übergriff statt. In derselben Woche wurden die Schaufenster eines arabischen Ladens mit rassistischen Beleidigungen versehen.

Zu einer Zeit, in der es in Frankreich zu einer beispiellosen Beschneidung und Abschaffung sozialer Rechte kommt und die Thesen des Front National und der extremen Rechten überall und besonders im Bereich der institutionellen Politik an Boden gewinnen, versucht die “Bastion Social”, dieses vergiftete Klima und die soziale Verzweiflung auszunutzen und die Ausgebeuteten und Unterdrückten durch die Verbreitung nationalistischer, rassistischer, sexistischer und homophober, sowie islamfeindlicher Doktrinen zu spalten.

Organisieren wir jetzt den Gegenangriff. Treffen wir uns massenhaft am 20. Januar, um den Weg zur “Bastion Social” zu versperren und das Arcadia zu schließen! Keine Faschist*innen in unserer Nachbarschaft, keine Nachbarschaft für Faschist*innen!

Samstag, 20.01.2018, 14 Uhr, Place de Zurich

Zugtreffpunkt in Offenburg: 12:15 Uhr Gleis 4, der Zug fährt um 12:34 Uhr

Infos auf Französisch:

https://fermonslarcadia.noblogs.org/
https://bafstrasbourg.wordpress.com/fermons-larcadia-local-fasciste-a-strasbourg/

Die Nazis rufen zur Verteidigung des Arcadia auf und wollen sich dort ab 12 Uhr treffen. Passt aufeinander auf!

Unterstützer*innen

Alarm Offenburg
Anarchistische Initiative Ortenau
Antifa Ortenau
Libertäres Bündnis Ludwigsburg [LB]²
Libertäre Gruppe Karlsruhe LGKA
Rote Aktion Ortenau
Solid Linksjugend Ortenau
VVN/BdA Ortenau

Wollt ihr den Aufruf unterstützen? Schreibt an alarm-ev@immerda.ch.

Anarchistisches Wohnzimmer

 

… wieder mal machen wir es uns am Donnerstag, den 11. Januar 2018 ab 19 Uhr im R12 gemütlich. Diesmal wollen wir miteinander – und mir Dir! – reden, plaudern, quatschen, diskutieren über

 

 

Solidarität.

Brauchen wir sie heute noch – oder haben wir uns nicht schon längst alle, jeder für sich, für (oder gegen) alle Eventualitäten des Lebens abgesichert?
Was ist Solidarität überhaupt?
Komm vorbei und bring Deine Ideen zum Thema mit!